Zum Singen bringen
Grau und stumpf ist der Alltag erst, wenn etwas herausragendes passiert.
Mitten im grauen Nebel glaube ich mich in absoluter Harmonie mit meiner Umwelt. Die verschiedenen Graustufen sind auch ungemein faszinierend. Wie breche ich nur aus dem einseiten Farbspektrum aus.
Will ich das überhaupt? Will ich das meine Welt tatsächlich einzelne Farbtupfer bekommt, nur um zu sehen, dass das grau im vergleich, egal wie vielseitig, doch immer nur fade ist?
Am Ende war doch auch der Farbfernseher ein Gewinn. Trotzdem erscheint mir beinahe jedes Bild in Schwarz-weiß schöner, ästhetischer und auf eine romantische Weise angenehmer.
Deshalb bleibe ich lieber bei schwar-weiß und variiere dies mit verschiedenen Formen. Wenn meine Welt auch farblos bleibt, weil es mein Seelenheil und meine Illusion von Einzigartigkeit und Außergewöhlichem erhält. Schlaufuchs, wie ich bin, nehme ich also meine kleine Welt und breche die schwarz-weißen Linien mit schwarz weißen Kreisen, Wellen und Punkten.
Die Collage lässt mich schwingen und kann mein kleines MAuerwerk durchdringen, ohne ganze Wände einzureißen.
„Die Räumlichkeiten erscheinen mir überproportioniert!“
Wer nennt ein 20er Jahre Kino überproportioniert?
An welchem Standard gemessen kann irgendein Gebäude überproportioniert sein? Wir betrachten unsere eigene Größe und richten die Welt um uns herum danach aus. Nur macht der Fakt, dass wir es bauen undn nach unseren Vorstellungen beleben, dieses Weltkonstrukt noch lange nicht zu unserem eigenen.
Was hat sich nur verändert in den Zeiten der Ägyptischen Pyramiden, gewaltigen Kathedralen und verschwenderischen Palastbauten bis zur heutigen Gesellschaft? – Jeder baut sein eigenes Heim, nach seinen Mitteln und seinen damit begrenzten Vorstellungen.
Das einzige, was stört, sind die Kathedralen und Palastanlagen im Stadtbild. Sie erzählen von einer anderen Welt, die irgendwie fremd klingt und doch von meinem Haus aus zu sehen ist.
Leider erinnert es mich nur an ein überproportioniertes Haus. Seine Welt bleibt mir verschlossen.
Post-it-o-mat
Übersichtlich sollen wir sein und sauber und klebrig.
Klebrig an allen Aufgaben für alle anderen.
Sauber in der Umsetzung, möglichst charakterlos und reinlich.
Übersichtlich in unserer Arbeit aber nicht im Ausmaß.
Das Ausmaß ist nun das, was uns voneinander abgrenzt.
Herauskommen Stunden-Menschen, Viezahl-to-Doer und Ganzjahressklaven.
Die Kurve kann nur steigen und der Einzelne wird zur Zahl, die auf einem Zettel steht.
Einem Zettel, der bei einer größeren Zahl klebt und immer höher geht die Kurve.
Bis zur Gewinnerzahl 24-7-12-365, da ist das Ende unseres größten Post-Its.
Am unteren Rand eine kleine Notiz:
„Arbeitnehmer im Wandel“
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/image/0011/earthlights_dmsp_big.jpg
Nasse Gedanken
Bei grüner Welt und nassem Blau überm Kopf, kann nur eins helfen:
Stehen bleiben, Kopf in Nacken und Augen schließen.
Was bleibt ist Ruhe und eine nasse Stirn.
Empfehlenswert dabei ist dann auch ein sonniges Gemüt. Es hilft beim Trocknen der Haut.
Die Tropfen alleredings sickern ein und frischen auf, was doch so gern staubig wird.
Ideen aus dem blauen Himmel.